Erfahrungsbericht von Aron Hommer - verfasst am 25.03.2008
Ich bin 20 Jahre alt, männlich, und Zeit meines Lebens weise ich eine starke Allergie gegen Hund auf.
Den Beginn meiner Allergie kann ich nicht ganz exakt festmachen, da ich bereits als kleiner Junge diese Allergie aufgewiesen habe, jedoch sind mir einige Dinge im aufgefallen:
Ich hatte im Alter von 0-8 Jahren sehr regelmäßigen Kontakt zu Hunden, hatte aber aufgrund von Aussagen meines Umfelds immer recht zwispältige Meinungen von Hunden im allgemeinen.
Ich war als kleiner Junge sehr sport und bewegungsbegeistert. Ich spielte liebend gerne in dem weitraeumigen Garten Fussball. Unser Grundstück wurde zu unserem Nachbarn mit einem ca 1,50 Meter hohen Zaun begrenzt, den ich mit etwas Mühe hätte überwinden können.
Mir wurde jedoch gesagt, dass ich da besser nicht drüberklettern sollte, da sich auf der anderen Seite ein etwas gereizter Hund befindet.
Versetzen sie sich in folgende Situation:
Sie sind ein sehr kleiner und schmächtig gewachsener Junge, für den bereits ein 50cm großer Hund eine ernstzunehmende Bedrohung darstellt, und sie wissen nicht, wie sie sich aus einer Ausseinandersetzung mit einem Hund befreien sollten.
Hinzu kommt, dass sie besagten Hund noch nie gesehen haben, ihnen wird nur erzählt, dass er "gefährlich" ist.
In ihrer Fantasie erschaffen sie sich ein übertrieben bedrohliches Bild von diesem Hund.
Was könnte also passieren wenn aus Versehen der Ball über den Zaun fliegt?
Na klar: Die Bestie kommt angerannt und zerfetzt deneliebten Ball.
Oder: Die Bestie kommt herausgerannt und zerfetzt den Ball und sie, da sie ihn gersde holen wollen.
Nun wissen sie in etwa, was ich von dem Nachbarsgrundstück gehalten habe; ich hatte höllischen Schiss davor.
Eines Tages passierte das, was irgendwann mal passieren muss: Ball überm Zaun, fuck!
Das versetzte mich in eine problematische Situation.
Die Problemlösungsstrategie eines 5jährigen reichte auch nicht so weit, dass man einfach an der Haustür klingelt, und fragt ob mir jemand den Ball geben könnte, da ich diese Leute nicht kannte und auch noch nie gesehen hatte.
Also beschloss ich nach langem Überlegen dass ich nur an den Ball komme, wenn ich mich der Gefahr aussetze.
In wahnsinniger Angst kletterte ich über den Zaun, rannte so schnell ich konnte zu dem Ball, sprintete zurück und begab mich wieder in Sicherheit.
Keine Spur von dem Hund. Angst hatte ich trotzdem noch, und Stolz war ich auch, dass ich ihn in diesem Moment "bezwungen" hatte.
Im Nachhinein habe ich mich darüber informiert, dass dieser Hund ein Boxer namens Tarzan war.
Ein weiterer Hund war in meiner näheren Verwandtschaft ebenfalls vorhanden. Mein Onkel hatte einen Hund, mit dem ich oft spatzieren ging. Ich spielte oft mit ihm,und empfand, dass es ein sehr nettes Tier ist. Eines Tages aber biss er meine Tante, und wurde daraufhin eingeschläfert. Ich habe das zwar nicht verstanden, aber ich zweifelte dadurch an der generellen Gutmütigkeit von Hunden.
Positive Erlebnisse hatte ich mit Hunden in dieser Zeit ebenfalls:
Der Nachbar auf der anderen Seite hatte ebenfalls einen Hund. Ein liebenswertes langhaariges Tier, dass immer ruhig und anhänglich war. Ich freute mich immer ihn zu sehen obwohl er genauso gross war wie ich, und wohl 3 mal so schwer.
Ich glaube irgendwann ist er gestorben, denn meine Erinnerung an ihn reisst ab einem bestimmten Punkt ab.
Die darauf folgenden Jahre hatte ich wenig Kontakt zu Hunden. Es begleitete mich die Tatsache, dass ich Hunde besser nicht streicheln sollte, da ich sonst Juckreiz und Ausschlag auf der ganzen Haut und geschwollene Augen bekomme. Sollte ich doch mal einen Hund anfassen, bitte Hände waschen, sich nicht im Gesicht rumfahren und auch nicht abschlecken lassen.
So weit hab ich mir dann auch weiterhin keine Gedanken darum gemacht.
Vor rund einem Jahr, mit 19 Jahren, war ich bei meinem besten Freund, der ebenfalls einen Hund hat. Dieses Tier ist so herzensgut, dass ich ihm einfach nicht widerstehen konnte, und ausgiebig mit ihm spielen musste. Ich wurde vollgesabbert und abgeschleckt.
Nachdem das Spiel zu Ende war, ging es vielleicht 15 Minuten, und mein Körper war uebersaeht mit riesigen roten Bollen, die entsetzlich juckten. Meine Augen waren geschwollen und juckten.
Zu diesem Zeitpunkt lernte ich die BNM kennen, und analysierte die ganze Situation, woher mein problem mit Hunden resultierte etc.
Als ich daraufhin wieder mit dem Hund Kontakt hatte, und mit ihm spielte, war ich selbst über die Wirkung meines Umdenkens überrascht.
Die roten Bollen blieben aus, die Augen waren nicht geschwollen, es blieb nur ein leichter Juckreiz übrig.
Das ist alles was von meiner starken Allergie übrig geblieben ist. Vielleicht liegt es daran, dass ich den Konflikt den ich früher mit dem Nachbarshund hatte ein Stück weit bewältigt habe.
Alles was falsch geschrieben ist, gehört so!Zurück zur Erfahrungsbericht-Seite

